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Weströmisches Reich ArtikelDas Weströmische Reich entstand aus der Teilung des römischen Reiches in dem Jahre 395 n. Chr., nach dem der römische Kaiser Theodosius I. das Reich zwischen seinen Söhnen Flavius Augustus Honorius (Westrom) und Arcadius (Ostrom/Byzanz) aufteilte. Das Weströmische Reich ging bereits 476 mit der Absetzung des jugendlichen Kaisers Romulus Augustulus durch Odoaker unter.
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Obwohl das Weströmische Reich ca. 81 Jahre Bestand hielt, zählte es insgesamt 12 Herrscher, daneben noch drei (nach anderer Auffassung: vier) Usurpatoren.
Flavius Augustus Honorius war der jüngere Sohn von Kaiser Theodosius I., dem letzten Kaiser, der beide Reichshälften gemeinsam regiert hat. Flavius Honorius war bei seinem Regierungsantritt 395 noch ein Kind, darum hatte Theodosius den Vandalenfürsten Stilicho zu seinem Vormund eingesetzt.
Die Herrschaft Honorius' war instabil. Bereits 397 marodierte der Söldner Gildo in der Provinz Africa. Nach der Invasion der Westgoten 402 auf der italischen Halbinsel, zog Honorius mit seinem Hof von Mediolanum (Mailand) zurück nach Ravenna. Auf der britischen Insel rebellierten die Soldaten unter den Führern Marcus (406/407), Gratian (407) und Konstantin III. (407 - 411); daneben gab es Revolten in Nordgallien (411). 408 wurde sein Berater Stilicho gemeuchelt . 410 wurde Rom gebrandschatzt.
Mehrere Usurpatoren verlangten nach der Herrschaft über Westrom: Konstantin III. (407 - 411) sowie der römische Senator Priscus Attalus 409/410 und 414/415.
Nach dem Tod von Honorius in dem Jahre 423 regierte Johannes (auch als Usurpator genannt, weil er der Sohn des Flavius Constantius (Usurpator 421) und der Schwester Honorius', Galla Placidia, war) von 423 bis 425. 425 besiegte ihn sein Halbbruder Valentinian III. Bis 437 lagen die Regierungsgeschäfte in den Händen seiner Mutter Galla Placidia, ab dann regierten die Patrizier und der Söldnerführer Aetius das Reich. Das Leben Valentinians bewegte sich zwischen Ravenna und Rom. In seine Regierungszeit fällt der Verlust der Provinz Africa, das nordwestliche Spanien fiel an die Sueben, Gallien wurde von den Westgoten, den Burgundern, den Franken und den Alanen beherrscht. 454 ließ Valentinian Aetius ermorden, um dann in dem darauffolgenden Jahr selbst Opfer eines Meuchelmordes zu werden.
Nur kurz währte die Herrschaft des Petronius Maximus in dem Jahr 455. Als höchstrangiger Senator wurde er nachdem Tode Valentinians III. (16.04 455) Kaiser, bereits am 9. oder 10. Juli 455 folgte ihm (der am 22. Mai starb) bereits Eparchius Avitus auf dem kaiserlichen Thron. Er war zuvor als Botschafter zwischen Rom und den Visigoten tätig. Eigentlich war er Gallier und ca. schwer dem Senat von Rom zu vermitteln. Er musste zugleich die Visigoten unter seiner Herrschaft zurückdrängen, Probleme mit Markian, dem regulären Herrscher Byzanz', regeln, Majorian und Ricimer, die die italischen Legionen befehligten, ruhig halten. Diese beiden Heerführer vertrieben Avitus schließlich aus Rom in dem Jahr 456.
Majorian bestieg den Thron für vier Jahre in dem Januar 457. Nach den Jahren des Niederganges gelang es ihm schließlich, die Kontrolle über Italien und Gallien wieder zu erlangen. Auch Spanien und das nördliche Afrika konnte er befrieden. Innenpolitisch gelang es, den Senat durch mehr Zugeständnisse und durch eine verbesserte Wirtschaftspolitik das Volk auf seine Seite zu bringen. Majorian wurde von seinem Rivalen Ricimer gestürzt, der jedoch nicht die Herrschaft erlangen konnte.
Statt seiner wurde Libius Severus (461) Kaiser von Westrom ohne die Salbung durch den Papst. Mit seiner Regierung begannen die Plünderungen der Vandalen an der italienischen Westküste erneut. Nach vier Jahren (465) verstarb Libius Severus (angeblich von Ricimer vergiftet). An seine Stelle trat Anthemius, nach dem ein Interregnum von 465 bis 467 bestand. Anthemius verfolgte als vordringlicheAbsicht die Wiederherstellung der Herrschaft gegen die Vandalen und die Westgoten. Die Flotte seines Heerführers Basiliscus verbuchte erstaunliche Erfolge. Schließlich aber gelang es den Vandalen, Basiliscus zu besiegen. Der finanzielle und militärische Aufwand waren ein Desaster. Der Feldzug gegen die Westgoten blieb ebenso erfolglos. Immerhin das nördliche Gallien ging verloren. Schließlich brach in den Konflikten zwischen Anthemius und Ricimer ein Bürgerkrieg aus.
Als Gewinner ging der bis dato annähernd unbekannte Anicius Olybrius hervor. Auch er konnte kein volles Jahr Regierungszeit hinter sich bringen. Nach seiner Thronbesteigung in dem April/Mai 472 starb er bereits sieben Monate später.
Kaum glücklicher war die Regierungszeit seines Nachfolgers Glycerius, der von 473 bis 474 regierte. Obwohl er diplomatisch und militärisch talentiert war, musste er sich sowohl den Ostgoten und schließlich auch dem Heerführer Julius Nepos geschlagen geben.
Julius Nepos regierte von 474 bis 475. Er wollte den Konflikt mit den Westgoten, die die Provence erobert hatten, zunächst diplomatisch lösen. Der Erfolg war mäßig. Die Vandalen hatten inzwischen das westliche Mittelmeer unter Kontrolle. Schließlich wendete sich auch das Blatt in Rom gegen ihn: Sein Patron Orestes (der für sich in Anspruch nehmen konnte, Sekretär des Attila (des Hunnenkönigs) gewesen zu sein) übernahm die Heeresführung und jagte Nepos aus dem Amt 475.
Romulus Augustulus war der letzte weströmische Kaiser. Er soll bei seinem Regierungsantritt in dem Jahr 475 erst zehn Jahre alt gewesen sein. Romulus wurde in dem Jahr 476 schließlich von dem Germanfürsten Odoaker abgesetzt. Odoaker setzte anders als seine Vorgänger keinen "Schattenkaiser" ein, sondern schickte eine senatorische Gesandtschaft zu Kaiser Zenon in Konstantinopel und ließ dort erklären, dass ein Kaiser für beide Reichshälften genüge. Odoaker sah seine Herrschaft wahrscheinlich in der Tradition des Römischen Reiches.
Der Niedergang des Reiches machte sich bereits in der Stadt Rom bemerkbar: Die Stadt, in der um die Zeitenwende 1 Million Menschen wohnten, war mit 20 Tausend Menschen besiedelt. Auf dem Forum Romanum wurde Ackerbau betrieben. Die antiken Bauten dienten als Zuflucht für Gesindel oder als Steinbruch.
Das übrige Reich wurde von den Vandalen und Westgoten beherrscht. Die italische Halbinsel verblieb bis 490 unter der Herrschaft Odoakers.
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Vergleiche auch die entsprechenden Abschnitte zur späten römischen Kaiserzeit.
- Alexander Demandt: Geschichte der Spätantike, Sonderausgabe, München 1998.
- Averil Cameron u.a. (Hrsg.): The Cambridge Ancient History, Bd. 13 und 14, 2. neugestaltete Aufl., Cambridge 1997 ff. (dort auch weiterführende Literatur, größtenteils jüngeren Datums).
Siehe auch: Römische Kaiserzeit, Spätantike
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